Bündnis Bildungswende JETZT! ruft für den 19. September zum bundesweiten Bildungsprotest auf
Auch ein Vierteljahrhundert nach dem PISA-Schock hat sich im Bildungssystem kaum etwas verändert. Die gravierenden Schwächen, die die PISA-Studie Deutschland im Jahr 2001 bescheinigte, bestehen in den meisten Bereichen weiterhin. Der damalige Weckruf für tiefgreifende Bildungsreformen ist gescheitert. 25 Jahre später fällt die Bilanz düster aus: Grundprobleme bleiben ungelöst, viele haben sich sogar verschärft.
Maike Finnern, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW): „Wir fordern ein radikales Umdenken im gesamten Bildungswesen: von der Kita über die Schule, berufsbildende Schule, Hochschule und Weiterbildung. Wer diesen Warnschuss ignoriert, handelt fahrlässig. Die verheerenden PISA-Ergebnisse nach 25 Jahren belegen, dass das Schulsystem den Zusammenhang von Bildungserfolg und sozioökonomischem Hintergrund nicht abmildert oder gar ausgleicht, sondern zementiert und verschärft. Das können wir in diesen politisch schwierigen Zeiten, in denen zudem die Schere zwischen Arm und Reich, zwischen bildungsnah und bildungsfern, immer weiter auseinander geht, nicht weiter akzeptieren. Ein fundamentaler Bildungsneustart ist die einzige Lösung. Die Politik muss JETZT handeln!”
Darum ruft das Aktionsbündnis Bildungswende JETZT! für Samstag, den 19. September 2026, zu einem bundesweiten Bildungsprotesttag auf. Unter dem Motto „25 Jahre PISA: Schluss mit Ausreden. Bildungswende JETZT!“ werden in zahlreichen Städten Menschen für einen grundlegenden Kurswechsel im Bildungssystem auf die Straße gehen. Die zentrale Botschaft: Die Bildungskrise ist kein Schicksal. Sie ist das Ergebnis politischer Entscheidungen und lässt sich mit politischen Entscheidungen auch beheben.
Nach wie vor haben wir ein Bildungssystem, das ungleiche Bildungschancen verstärkt und manifestiert. Nach wie vor entscheiden der Geldbeutel und der Bildungsstand des Elternhauses über die Chancen eines Kindes. Während die Anforderungen wachsen, arbeiten Kitas, Schulen, Hochschulen, berufsbildende Schulen und soziale Einrichtungen im Dauerkrisenmodus.
„Seit Jahren gehen junge Menschen für ein Umlenken in der Klimapolitik auf die Straße. Dieselbe Generation lernt heute in einem Bildungssystem, das nicht einmal seine selbst gesetzten Mindeststandards erreicht“, sagt Sandra Noa, Mitglied im Sprecher*innen-Team von Bildungswende JETZT! „Diesen Sommer haben wir alle gespürt, was es kostet, klimapolitische Warnungen so lange zu überhören, bis der Schaden unübersehbar ist. Bei der Bildung können wir noch handeln, bevor am Ende die ganze Gesellschaft den Preis zahlt.“
Wie sehr das System unter Druck steht, zeigt sich besonders an der seelischen Gesundheit der Jüngsten. Eine ganze Generation wächst zwischen Leistungsdruck, Zukunftssorgen, sozialer Ungleichheit und einer Dauerfolge globaler Krisen auf. Die jungen Menschen treffen dort, wo sie Halt bräuchten, zu oft auf fehlende Anlaufstellen, dünne Strukturen und zu wenig politischen Handlungswillen.
In Köln, Bielefeld, Bochum, Berlin, Potsdam, Halle, Marburg, Nürnberg, München, Ulm, Stuttgart, Friedrichshafen und Bremen finden Demonstrationen, Kundgebungen und Protestaktionen statt. Aus mehreren Bundesländern organisieren Gewerkschaften und Bündnisse gemeinsame Anreisen.
Bildungswende JETZT! ist ein Bündnis aus über 200 Organisationen – Gewerkschaften, Bildungsverbänden, Eltern-, Schüler*innen- und Studierendenvertretungen sowie zivilgesellschaftlichen Organisationen.
(PRESSEMITTEILUNG von Bildungswende JETZT)

